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Vom Zauber des Anfangs
Jugend im Sommer
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Samstag, 07. Oktober 2017
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19:00, Dienstag, 10. Oktober 2017
St. Pölten, Eybnerstraße 5
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9:30, Samstag, 21. Oktober 2017
, Maria Langegg
 
 

Auf den Spuren Luthers und der hl. Elisabeth

Im Jubiläumsjahr „500 Jahre Reformation“ führte die St. Pöltner Diözesanfahrt vom 19. bis 25. August 2017 in das Herz von Deutschland nach Thüringen und Sachsen. Bischofsvikar Dr. Gerhard Reitzinger erklärte den 92 Teilnehmern schon am Beginn der Fahrt, dass nicht das Trennende, sondern das Gemeinsame der beiden christlichen Religionen im Vordergrund stehen sollte. 


In der Stadt Erfurt lebte Martin Luther als Augustiner-Eremit im dortigen Klos-ter und machte seine theologische Ausbildung – bemerkenswert der Domplatz mit seinen Kirchen, dem Dom und der ehemaligen Klosterkirche St. Severi. Nicht weit entfernt liegt der Thüringer Wald, wo Luther nach dem Reichstag zu Worms 1521 zu seinem Schutz von Friedrich II. „entführt“ und in der Wartburg als „Junker Jörg“ versteckt wurde. Beim Gottesdienst in der St. Georgskirche in Erfurt rief Gerhard Reitzinger dazu auf, sich mit der Frage auseinanderzusetzten, was jeder mehr für sich persönlich und seinen Glauben tun könne.
In Eisenach am Fuße der Wartburg „begegnete“ die Pilgergruppe neben Martin Luther auch der heiligen Elisabeth. Etwa 300 Jahre vor Luther war sie Landesgräfin und musste nach dem Tod ihres Gatten wegen verschiedener Intrigen die Burg verlassen. Aus ihrem Witwengut gründete die heutige „Caritas-Heilige“ später ein Hospital oder Siechenhaus. Bei der Morgenandacht brachte Direktor Hans Wimmer von den Pastoralen Diensten den Teilnehmern die Haltung von Elisabeth näher: „Wer ganz tief in Gott eintaucht, taucht neben den Menschen, Armen und Hungernden wieder auf.“

Über einen kurzen und steilen Fußweg erreichten die St. Pöltner Pilger die Wartburg. Dort hat Martin Luther in nur zehn Wochen das Neue Testament in die deutsche Sprache übersetzt. In Eisenach wurden u. a. das Lutherhaus, die St. Nikolaikirche, ein ehemaliges Kloster, die Stadtmauer und das neue Schloss besichtigt. Den Abschluss des Tages bildete eine Abendandacht in der Elisabethkirche.

Bleibende Eindrücke hinterließen die Kulturstädte Weimar und Leipzig. Das Denkmal der Völkerschlacht ist in Leipzig mit 91 Metern eines der höchs-ten Denkmäler Europas. Beim Rundgang stieß man auch auf die zahlreichen Wirkungsstätten Johann Sebas-tian Bachs und Martin Luthers. In der evangelischen Thomaskirche war Bach Kantor und fand hier auch seine letzte Ruhestätte.

Eisleben ist der Geburts- und Sterbeort Luthers. In der evangelischen, spätgotischen St.-Petri-Pauli-Kirche wurde er am 11. November 1483 getauft.  Besucht wurden eine Ausstellung im Geburtshaus Luthers und die Andreaskirche mit der Kanzel, auf der Luther seine letzte Predigt hielt, sowie sein Sterbehaus.

Höhepunkt Wittenberg

Die „Lutherstadt“ Wittenberg erhielt bereits 1380 das Marktrecht. Das ehemalige „Schwarze Augustinerkloster“ diente Luther einst als Wohnhaus, in dem er mit seiner Frau Katharina von Bora lebte. Ein Höhepunkt der Diöze-sanfahrt war die Besichtigung der Schlosskirche, wo Luther der Überlieferung nach am 31. Oktober 1517 seine 95 Thesen in lateinischer Sprache an die Kirchentür geschlagen haben soll. Bei einem Großbrand der Kirche ist die hölzerne Tür verloren gegangen. 1858 stiftete der preußische König Friedrich Wilhelm IV. die heutige Bronzetür, in deren Flügel die lateinischen Thesen eingegossen sind. Im Inneren des imposanten Bauwerkes befinden sich das Grabmal Philipp Melanchthons und Martin Luthers. Die Rückreise führte die Reisegruppe noch nach Dresden und Prag.
Foto und Bericht: Christian Baumgartner