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Ermutigungen auf Pfingsten hin

Wegmarken der Hoffnung
Pfingsten ist das Fest der Ermutigung. Am 50. Tag nach der Auferstehung Jesu wurden die Apostel vom Heiligen Geist erfüllt und begannen voll Mut und Kraft die Botschaft von der Auferstehung zu verkündigen. Im Blick auf das Pfingstfest und vor dem Hintergrund der Corona-Pandemie tun auch uns heute Worte der Ermutigung, der Hoffnung und der Zuversicht gut. Mag. Michaela E. Lugmaier, Regionalbegleitung Mostviertel West, benennt Wegmarken der Hoffnung.

Das Corona-Virus durchkreuzt unser Leben. Von einem Tag auf den anderen hieß es runterfahren. Reduktion, Entschleunigung, Abstand halten. Das Tempo des Alltags hat sich verändert – und damit auch das kirchliche bzw. pfarrliche Leben. Nach dem Lock-Down geht es nun schrittweise in Richtung neue Normalität“. Erste Wegmarken geben Hoffnung, wenngleich noch vieles offen und ungewiss ist.

Mir kommt da die Emmauserzählung in den Sinn: Zu Beginn kreisen die Gedanken der Jünger nur um den Karfreitag. Bis einer kommt, der ihr Gedankenkarussell unterbricht und ihnen Fragen stellt. Fragen, die etwas in Gang bringen und in deren Antworten sie langsam hineinfinden. Fragen, die sie ermutigen, ihre Ängste und Sorgen aussprechen zu können. Fragen, die den Blick weiten helfen und in die Tiefe führen. Dafür braucht es Zeit. Diese Zeit nehmen sie sich. Auf dem Weg nach Emmaus ordnen sich die Gedanken, öffnet sich ein Raum für die Deutung ihrer Erfahrungen. Emmaus wird für sie zu einem entscheidenden Boxenstopp auf dem Weg zurück ins Leben.

Krisen verändern. Sie sind Lern- und Reifezeiten. Sie wirken als Sortierfilter für Relevantes und Nebensächliches, was mitunter auch einen Abschied von Liebgewordenem oder das Verlassen von gewohnten Pfaden bedeutet. Sie sensibilisieren, der Austausch darüber verbindet. Besonders deutlich erlebe ich dies momentan bei vielen Telefonaten und Begegnungen, z. B. im Stiegenhaus. Die Frage „Wie geht es dir?“ stößt auf offene Ohren und Herzen, bekommt eine neue Qualität. Die aktuelle Situation schenkt zudem mehr zeitliche Freiräume als sonst. Zeit für Reflexion und zum „Ausmisten“, für neue Ideen und inhaltliche Auseinandersetzung, für das Lesen in der Bibel, etc. Diese Freiräume sind eine Chance. Wir können sie bewusst nutzen, um zum Kern dessen vorzudringen, was das (pfarrliche) Leben in seiner Tiefe nährt, stärkt und trägt.

Eine Möglichkeit wäre etwa, das bisherige Tun im Seelsorge-Team bzw. im PGR(-Vorstand) auf seine Wirksamkeit hin zu überprüfen. Fragen wie folgende können hilfreich sein: „Wie werden wir nach Corona weitermachen? So wie bisher? Was ist in diesen Wochen gewachsen? Was davon wollen wir mitnehmen, weiterpflegen? Welche Erfahrungen haben wir mit Hauskirche gemacht? Wie hat sich die Praxis unseres Glaubens durch die Krisenerfahrung verändert bzw. entwickelt?“

(Erstveröffentlichung in: Kirche bunt 2020, Nr. 21)